Makrofotografie mit unendlicher Tiefenschärfe: Focus stacking

… oder wie man die Grenzen der Physik überwindet.

 

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Jeder, der sich schon mal mit der Makrofotografie beschäftigt hat kennt das Dilemma: Bei „normalen“ Arbeitsblenden von f/5.6 – f/11 beträgt die Schärfentiefe mit einem Makroobjektiv nur noch wenige Zentimeter bis hin zu Bruchteilen von Millimetern. Blendet man weiter ab, schließt also die Blende noch mehr tritt eine physikalische Besonderheit zu Tage die sich Lichtbeugung oder auch Diffraktion nennt. Hierbei wird das Foto, obwohl die Schärfentiefe zunimmt insgesamt wieder etwas unschärfer. Das hat zur Folge, dass man bei Makroaufnahmen die Blende nicht beliebig schließen kann wenn man ein knackig scharfes Bild möchte. Beschäftigt man sich mit den Zusammenhängen von Blende und Bildschärfe etwas tiefer kommt man zu dem Begriff der „förderlichen Blende“. Diese bezeichnet die bei der gewählten Kamera-Objektiv-Kombination die kleinste Blende, bei der sich das Bild durch die Lichtbeugung noch nicht verschlechtert. Zum Beispiel liegt bei einer APS-C Kamera mit einem Crop-Faktor von 1,5 die rechnerisch ermittelte förderliche Blende bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 bei f/14.9

Um trotz einer geringen Schärfentiefe eine vernünftige Abbildung eines kleinen Objektes zu bekommen kann man sich einer bestimmten Technik bedienen, die als „Focus stacking“ bezeichnet wird. Hierbei werden bei der Aufnahme Bilderstapel erzeugt, die sich von Bild zu Bild durch die Lage der Schärfenebene unterscheiden. Mittels eines geeigneten Bildbearbeitungsprogrammes lassen sich jetzt die jeweils scharf abgebildeten Bildbereiche selektieren und so zu einem von vorne bis hinten scharfen Gesamtbild zusammensetzen. Funktioniert diese Methode bei wenigen Bildern vielleicht noch ganz gut von Hand mittels Ebenenmaskierung in Photoshop & Co., benötigt man bei gängigen Fokus-Bilderstapeln von 10, 30 oder gar 70 Bilder eine Software, die diese Arbeit zuverlässig automatisiert durchführt.

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Hierfür habe ich 2015-01-23_20-43-36 M=A R=12 S=3_cmir die Software „Helicon Focus“ von HeliconSoft ausgesucht, mit der ich demnächst in unserem Foto-Forum einen kleinen Workshop zum Thema Focus stacking abhalten werde. Die hier gezeigten Bilder waren meine ersten Resultate mit Helicon Focus, bei der viele Parameter auf den Standard-Einstellungen standen. Die kommenden Tage werde ich die Software mal gründlich testen und euch hier die Ergebnisse vorstellen und euch auf dem laufenden halten. Wer sich solange schon mal im Forum umschauen möchte ist natürlich herzlich eingeladen:  www.lichtografien-fotoforum.de

 

 

 

 


(c) Text und Fotos Markus Höß – zu finden bei uns im Lichtografienforum und auf www.lichteindruck.de

24. Januar 2015

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